Hypnose wird immer noch von vielen Menschen mit Show und Hokuspokus in Verbindung gebracht. Befürchtet wird, dass während der Trance Macht ausgeübt wird, indem der Hypnotiseur sich Zugang zum Unterbewusstsein verschafft und dem willenlosen Opfer, einer Marionette gleich, Befehle erteilt. Wer so denkt, liegt falsch.

Niemand kann dazu gezwungen werden, Dinge zu tun, die gegen die eigene moralische Vorstellungen verstossen.

Therapeutische Hypnose hat nichts mit Show-Hypnose zu tun.

Hypnose ist eine uralte Heilmethode. Was in Trance im Gehirn passiert, versuchen Wissenschaftler seit Jahrhunderten zu ergründen. Im 18. Jahrhundert führte der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer die Wirkung der Methode auf einen tierischen Magnetismus zurück. Sein schottischer Kollege, James Braid betrachtete das Phänomen dagegen als eine Art „nervösen Schlaf“. Er war es, der den Begriff Hypnose prägte, nach dem altgriechischen Gott des Schlafes, Hypnos. Doch erst die modernen bildgebenden Verfahren ermöglichen es den Forschern, die Prozesse im Gehirn unter Hypnose genauer zu betrachten und erste Antworten auf ihre Fragen zu finden.

Besonders gut haben Wissenschaftler die Hirnaktivität bei Schmerz untersucht. Wenn Patienten von einem schmerzhaften Eingriff unter Hypnose suggeriert wird, dass der Schmerz sie nicht stören werde, ist die Aktivität im sogenannten „anterioren cingulären Kortex“ (ACC) reduziert, einem Bereich der Hirnrinde gleich hinter den Augen. In diesem Areal wird der Schmerz emotional bewertet. Ebenso wird hier entschieden, ob und worüber wir uns Sorgen machen müssen. Unter Hypnose können Patienten zwar durchaus Schmerz empfinden, erleben ihn jedoch als ertragbar.

Beobachtet wurde auch, dass sich die Gehirne von besonders leicht zu hypnotisierenden Menschen von denen der wenig empfänglichen unterscheiden. Bei Hypnose-Begabten war der ACC besonders gut mit der Hirnregion verbunden, die für Konzentration zuständig ist.

Wissenschaftler schätzen, dass etwas 10 Prozent der Menschen sich besonders leicht damit tun, in Trance zu geraten. Oft sind das die Typen, die sich z.B. beim Lesen in ihr Buch so vertiefen, dass sie Telefon und Türklingel überhören. Einem ebenso grossen Anteil, also rund 10 Prozent, fällt es dagegen sehr schwer, sich auf Hypnose einzulassen. Solche Menschen sollten andere Therapien bevorzugen. Weitere Einschränkungen betreffen Menschen mit akuten Psychosen, paranoiden Persönlichkeitsstörungen, Epilepsie, geistige Behinderung oder Personen, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stehen.

Für vier Fünftel aller Erwachsenen und Kinder, jeden Alters, kann Hypnose bei nachfolgenden Problemen eine wirkungsvolle Hilfe sein:

  • Ängste, Phobien vor dem Arzt, Zahnarzt oder Spital
  • Aufarbeitung von Schocks, Traumas, Krankheit oder Unfall
  • Begleitung vor und nach Operationen, Chemotherapie
  • Blockaden, emotional, körperlich
  • Bettnässen, Stottern, Schlafstörungen
  • Gewichtsprobleme
  • Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität
  • Leistungssteigerung im Sport, Beruf oder Schule
  • Unter- oder Überforderung im Alltag, Beruf, Schule
  • Raucherentwöhnung
  • Schmerzen aller Art oder Phantomscherzen
  • Schulschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeit, Gewalt
  • Stress, Burn-out, Mobbing, Partnerschaftsprobleme
  • Hilfe bei unterdrückter Lebenskraft

Was passiert während der Hypnose?

Der Körper ist tief entspannt, doch der Geist ist in voller Konzentration. Das Unterbewusstsein kann in diesem Zustand bewusst angesprochen werden. Unbewusstes wird erkannt. Die Einsichten ermöglicht es dem Menschen über sein zurückgewonnenes Bewusstsein in der Gegenwart Veränderungen vorzunehmen.

Hypnose hilft, das Denken in eine neue Richtung zu lenken

Mit jedem negativen Ereignis in unserem Leben entstehen in unserem Unterbewusstsein einschränkende Glaubenssätze, die lebenslang gespeichert werden:

Ich bin nicht liebenswert.

Ich bin schwach.

Ich schafft das nie.

Immer sind die anderen besser.

Ich schäme mich.

Ich mache ständig Fehler.

Als Mutter habe ich versagt.

Ich bin ein miserabler Vater.

Ich bin nicht schön.

Ich habe Angst etwas falsch zu machen.

Welche Sätze haben Sie abrufbereit, wenn es mal wieder nicht so rund läuft, wie Sie es sich wünschen? Sollte Ihnen kein negativer Glaubenssatz einfallen, herzlichen Glückwunsch. Ihr Selbstwertgefühl ist bewundernswert.

Falls Sie jedoch zu den Menschen gehören, die manchmal an sich zweifeln, wenn schwierige Situationen zu bewältigen sind, dann könnte Hypnose helfen. Hypnose verändert das Denken. Wie? Indem Sie Ihre Glaubenssätze ins Positive umwandeln. Natürlich ist das Unterbewusstsein hartnäckig und hält gerne an alten Denkmustern fest, weil es sich daran gewöhnt hat und meint, es müsse so sein. Trotz allem kann das, was über Jahre, ja gar Jahrzehnte abgespeichert ist, innerhalb kurzer Zeit verändert werden.

Wie wir die Kraft des positiven Denkens mit Hypnose nutzen können 

In uns wirken immense Kräfte. Mit unserem Vorstellungsvermögen und den dazu imaginierten Gefühlen können wir Einfluss auf unser Leben nehmen. Wichtig ist, alte Muster oder Glaubenssätze zu verändern. Anstatt Frust lernen wir wieder Freude zu empfinden. Wir werden mutig und überwinden die Angst. Wir wollen uns nicht länger durch ständige Grübeleien den Schlaf rauben lassen, sondern Vertrauen in uns selbst und in andere haben, um wieder Ruhe, Gelassenheit und Entspannung zu empfinden. Wir dürfen traurig sein, aber irgendwann sollten wir lernen, los zu lassen.

Glaubenssätze beeinflussen das Denken und wirken sich unmittelbar auf den Körper und die Psyche aus. Aus der Erfahrung entstehen Muster, die im Unterbewusstsein verinnerlicht werden und jederzeit abrufbereit sind. Wiederholt sich die Situation, kehrt automatisch der Glaubenssatz in unseren Geist zurück. Und schon beginnt das „Schauspiel“ von vorne.

In der Hypnose werden alte Glaubenssätze durch neue ersetzt. Und das sieht folgendermassen aus:

Alter Glaubenssatz:     Ich schaffe das nie  (Schritt 1)

In dem Moment, wenn wir an uns zweifeln, imaginiert unser Denken die entsprechenden Bilder dazu. Anstatt das Ziel vor Augen zu haben, sehen wir uns scheitern.

Neuer Glaubenssatz:   Ich schaffe das!  (Schritt 1)

Das Selbstwertgefühl bekommt Nahrung. Wir haben das Ziel vor Augen, sehen uns bereits als Sieger.

Alter Glaubenssatz      Physische und psychische Folgen (Schritt 2)

Der Körper ist wie ein Spiegel. Er verinnerlicht die negative Gedanken, Bilder oder Vorstellungen. Wir fühlen uns schlaff, verlieren an Elastizität. Die ungelöste Aufgabe baut zudem Druck auf. Obwohl der Mensch gelernt hat, seine Gefühle zu unterdrücken – ein schönes Gesicht zu machen obwohl ihm gar nicht wohl ist – lügt der Körper nicht. Das Lächeln wirkt aufgesetzt und die Spannung ist künstlich. So tun als ob, ist zudem sehr, sehr anstrengend.

Neuer Glaubenssatz    Physische und psychische Folgen (Schritt 2)

Allein bei der Vorstellung, die Aufgabe zu meistern, kommt Bewegung in den Körper. Wir richten uns auf. Die suggerierten Bilder wecken gute Gefühle in uns. Das Ziel vor Augen zu haben, ist ein im Moment reales Erleben. Das Unterbewusstsein stellt sich darauf ein. Das Lächeln wirkt nicht aufgesetzt, sondern echt. Die Spannung im Körper ist angenehm.

Alter Glaubenssatz      Erfahrung oder verinnerlichtes Muster (Schritt 3)

Sobald wieder ein schwieriges Problem auftaucht, wissen wir: Ich schaffe das nie. Uns verlässt der Mut. Wir geben bereits auf, bevor wir so richtig begonnen haben, das Problem zu lösen.

Neuer Glaubenssatz    Erfahrung oder verinnerlichtes Muster (Schritt 3)

Wir spüren die Kraft und den Mut in uns. Wir merken plötzlich, dass wir gar nicht so hilflos sind, wie wir einst glaubten es zu sein. Wir entdecken Fähigkeiten in uns, die lange Zeit Brach gelegen haben.

Alter Glaubenssatz      Das schaff ich nie (Alles beginnt von vorne)

Die Erfahrung der Vergangenheit suggeriert uns auf ein Neues, wie hilflos wir sind. Automatisch, wie ein Rülpser, steigt der Glaubenssatz aus dem Unterbewusstsein hoch. Der Mut wird weiterhin unterdrückt und der Zugang zu unseren Fähigkeiten bleibt versperrt.

Neuer Glaubenssatz    Das schaff ich (Alles beginnt von vorne)

Es entsteht Lust statt Frust. Wir sind mutig und wollen die gestellte Aufgabe meistern. Aus dem Unterbewusstsein kommt Hilfe: Der Zugang zu unseren Fähigkeiten wird transparent. Wir haben das Ziel bereits vor Augen.

 

Und nun stellen Sie sich vor: Ich schaffe das.